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Autor: Katja Hankowetz

1801_WIV-Königstor Viertelzentrum Königswiesen

Viertelzentrum KönigsTOR

Das Quartiersprojekt „KönigsTOR“ im Regensburger Stadtteil Königswiesen umfasst den Neubau eines großmaßstäblichen, gemischt genutzten Ensembles mit 337 Eigentumswohnungen sowie 55 EOF-geförderten Wohneinheiten. Ergänzt wird das Quartier durch ein integriertes Einzelhandelszentrum und eine Quartiersgarage mit 642 Stellplätzen.

Die Anlage bildet mit mehreren Baukörpern und bis zu zwölf Geschossen einen markanten städtebaulichen Schwerpunkt.

Im Zuge der Planung erfolgte die detaillierte Durcharbeitung der komplexen Gebäudestruktur mit rund 19.000 m² Wohnfläche und differenzierten Wohnungsgrundrissen. Ein besonderer Fokus lag auf der integralen Abstimmung der vielfältigen Nutzungen und der präzisen Ausarbeitung der Schnittstellen zwischen Wohnen, Einzelhandel, Tiefgarage und Freianlagen.

Die Planung umfasste die umfassende konstruktive Detailentwicklung unter Berücksichtigung hoher Anforderungen an Schallschutz, Barrierefreiheit und Energieeffizienz. Ziel war eine wirtschaftliche, technisch präzise und qualitätsvolle Umsetzung des Quartiers mit hoher städtebaulicher und funktionaler Qualität.

Fotos: Erich Spahn

Stadtentwässerung Verwaltungsgebäude

Städtebau und Kubatur
Die Baukörper wurden linear entlang der Erschließungsstraße zur Kläranlage situiert und definieren durch ihre Setzung eine klare Raumkante. Hierdurch wurde sowohl die Straßenführung gefasst als auch eine wirksame Abschirmung der rückwärtig angeordneten Lagerflächen gegenüber dem öffentlichen Raum erzielt. Die Grundstückszufahrten sowie die Garagenerschließung wurden unter Berücksichtigung des vorhandenen Baumbestands so organisiert, dass dieser vollständig erhalten werden kann.

Der Baukörper gliedert sich im Erdgeschoss in zwei funktional getrennte Volumen, die Garagen-, Lager- und wesentliche Werkstattnutzungen aufnehmen. Die Trennung der Betriebsbereiche für Klärwerks- und Kanalbetrieb erfolgt konsequent sowohl funktional als auch räumlich: Während die dem Klärwerksbetrieb zugeordneten Nutzungen unmittelbar an die Bestandsanlage anbinden, ist der Kanalbetrieb in unmittelbarer Nähe der Hauptzufahrt angeordnet. Über den erdgeschossigen Funktionsspangen spannt sich ein dreibündiger Büroriegel in den Obergeschossen, der als verbindendes Element fungiert und zugleich die Fernwirkung des Ensembles prägt.

Funktion und Organisation
Im Untergeschoss sind die technischen Infrastrukturflächen sowie Lager-, Archiv- und Umkleidebereiche mit konsequenter Schwarz-Weiß-Trennung angeordnet.

Das Erdgeschoss bildet eine funktionale Zweiteilung aus:

  • Bereich Kanalbetrieb mit Werkstattbüros, Garagen und Werkstätten sowie zentralem Eingangsbereich
  • Bereich Klärwerksbetrieb mit Werkstätten, Garagen, Laboranlieferung und einem zentral organisierten Bürobereich

Zur Sicherstellung effizienter Arbeitsabläufe und eines geordneten Publikumsverkehrs sind in allen Bürogeschossen ergänzende Besprechungsräume und Wartezonen vorgesehen. Die innenliegenden Mittelzonen der Regelgeschosse nehmen Nebenfunktionen ohne Tageslichtbedarf wie Sanitäranlagen, Archive, Abstellräume und vertikale Erschließungselemente auf.

Im 1. Obergeschoss befinden sich die Funktionsbereiche des Kläranlagenbetriebs, einschließlich Laborflächen, Aufenthalts- und Schulungsräumen sowie zugehörigen Büroeinheiten. Das 2. Obergeschoss ist der Werkleitung sowie den Verwaltungs- und Technikbereichen des Kanalbetriebs zugeordnet.

Das 3. Obergeschoss nimmt den zentralen Kantinenbereich mit Aufwärm- und Verteilerküche auf. Durch eine mobile Trennwand ist eine flexible Nutzung für den täglichen Betrieb sowie für größere, auch externe Veranstaltungen gewährleistet. Eine separate Erschließung ermöglicht die Nutzung unabhängig vom übrigen Gebäude.

Energiekonzept und Gebäudetechnik
Durch die kompakte Baukörperausbildung und die Optimierung der thermischen Gebäudehülle konnte eine signifikante Reduzierung der Heizlasten erreicht werden. Die Wärmeversorgung erfolgt nachhaltig über die Nutzung von Abwasserwärme aus der Kläranlage.

Die Beheizung und Kühlung der Räume erfolgt über thermisch aktivierte Deckenflächen in Form von abgehängten Metall- bzw. Gipskartondecken mit integrierten Heiz- und Kühlschlangen. Die Lüftung ist als Quellluftsystem mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung konzipiert.

Der sommerliche Wärmeschutz wird primär passiv über außenliegenden Sonnenschutz sowie Sonnenschutzverglasung sichergestellt. Ergänzend erfolgt eine aktive Kühlung über Grundwassernutzung. Spitzenlasten können über absorptionsgestützte Kälteerzeugung aus der Abwärme der Kraft-Wärme-Kopplung abgedeckt werden.

Fassade und Flexibilität
Die Fassadenstruktur basiert auf einem klar definierten Raster von 1,50 m, das eine hohe Nutzungsflexibilität ermöglicht. Durch die Anbindung von nichttragenden Innenwänden an die Fassadenpfosten lassen sich Grundrissstrukturen mit geringem Eingriff an veränderte Anforderungen anpassen.

Das Raumprogramm wurde in enger Abstimmung mit dem Nutzer bedarfsgerecht entwickelt und bietet darüber hinaus Erweiterungspotenziale in Form von Reservearbeitsplätzen sowie einer möglichen baulichen Ergänzung im Bereich des 3. Obergeschosses.

Fotos: Erich Spahn

Studierendenwohnanlage im Stutzwinkel Straubing

Studierendenwohnanlage im Stutzwinkel

Der Neubau der Studentenwohnanlage umfasst 45 Wohneinheiten in Form von Einzel-, Doppel- und 4er-Appartements und bietet insgesamt 86 Studierenden zeitgemäßen Wohnraum.

Die Wohnstruktur folgt einem klar definierten Nutzungskonzept:

30 % Einzelapartments mit eigener Sanitärzelle (Modulbauweise) und Kleinküche, 20 % Doubletten mit zwei gleichwertigen Individualräumen und gemeinsamer Sanitär- und Kochzone sowie 50 % Wohngruppen für drei bis vier Bewohner mit gemeinsamer Küche und Essbereich. Großzügig dimensionierte Gemeinschaftszonen stärken das soziale Miteinander: eine lichtdurchflutete Waschlounge mit Industriewaschgeräten, Sitzgruppen und Medienanschlüssen, ein multifunktionaler Gemeinschaftsraum für Spiel und Begegnung sowie eine zentrale, bis zu 30 Personen fassende Gemeinschaftsküche mit direktem Zugang zu Freisitz und Grillbereich.

Ergänzt wird das Raumangebot durch Fahrrad- und Müllraum, Abstellflächen, Verwaltungsbüro sowie barrierefreie Erschließung und ausgewählte barrierefreie Wohneinheiten.

Die Realisierung in nachhaltiger Hybrid-Holzbauweise verbindet ökologische Verantwortung mit moderner, funktionaler Architektur.

Planer: Architekturbüro Fink Thurnher Architekten, Bregenz
Fotos: Erich Spahn